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Avatar of adminadmin - 18. Januar 2022 - Behind the scenes, Guestblog

Meine ersten Flugversuche als Flying Expert

Autor: Dr.-Ing. Mathias Magdowski, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Keine Angst, es geht hier nicht um Avionik und Bordcomputer, auch wenn mir als gelernter Ingenieur solche Themen vielleicht auch gut passen würden. Stattdessen möchte ich über meine Erfahrungen als einer der etwa 50 Flying Experts des Projekts HD@DH.nrw (Hochschuldidaktik im digitalen Zeitalter der Digitalen Hochschule Nordrhein-Westfalen) berichten. Es geht um interaktive Online-Workshops und deren Organisation, offene Bildungsmaterialien und Hochschuldidaktik aus Sicht eines Praktikers.

Flugplanung:
Vor etwa einem Jahr, also im Januar 2021 fragte Martina Emke, die Koordinatorin des Expert*innenpools, mich als möglichen "Experten", Workshopleiter und Multiplikator für hochschuldidaktische Workshops an. Die von mir hochgeschätzte Anja Lorenz war an der Kontaktaufnahme auch nicht ganz unbeteiligt, weshalb ich ihr hier auch noch mal aus ganzem Bldg-Alt-Entf-Herzen danken möchte. Ich hatte zu der Zeit gerade viele hochschulinterne Workshops zur interaktiven Online-Lehre mit Zoom veranstaltet und fleißig darüber getwittert,siehe z.B.:

Außerdem hatte ich erste Erfahrungen mit Hybrid-Lehrveranstaltungen und studentischem Peer Review gesammelt. Alle diese Themen standen nun auf meinem Flying-Expert-Profil.

Start:
Ein paar Monate später gab es dann die erste Anfrage für einen zweitägigen Workshop zum Thema Feedback und Evaluation an der Bergischen Universität Wuppertal, zu dem ich ehrlicherweise nicht viel aus theoretischer, aber viel aus praktischer Sicht und eigener Erfahrung beitragen kann. Einige Abstimmungstelefonate, Zoom-Konferenzen, Absagen von potentiellen Workshop-Co-Hosts und E-Mails mit Angebots- sowie Vertragsunterlagen später stellte ich fest, dass die inhaltliche Konzeption und Durchführung von Workshops die eine Sache ist, die administrative Organisation die andere. Bei meinen bisherigen hochschulinternen Workshops an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg konnte ich mich stattdessen immer voll auf Inhalt, Material und Durchführung konzentrieren, denn außer einer Termin- und groben Konzeptabstimmung gab es nichts zu organisieren.

Zwischenstopp:
Der Sommer verging wie im Flug, im September stand der erste Workshop an und obwohl die derzeitige Pandemielage einen Präsenzworkshop zugelassen hätte, war ich sehr froh, trotzdem alles als Online-Variante geplant zu haben. Keine Zugfahrt, alle interaktiven Möglichkeiten zum Austausch und der Kollaboration (Umfragen, Mentimeter, Etherpad, Padlet, Internetquatsch, etc.) in einem Online-Setting sowie die Gewissheit, abends wieder bei der Familie sein zu können, werden mich auch in Zukunft sehr klar abwägen lassen, wann sich ein Treffen in Präsenz wirklich lohnt. Der Verzicht auf einen Workshop-Co-Host war auch weniger schlimm als erwartet. Zwar kann man sich zu zweit mal abwechseln und ist nicht allein für das ganze Material verantwortlich, aber mit nur einem Host haben die Teilnehmenden statistisch schon mal mehr Zeit für eigene Sprechanteile und der alte Informatik-Spruch "What one programmer can do in one month, two programmers can do in two month." gilt irgendwie auch für die Vorbereitung hochschuldidaktischer Workshops. Ich glaube der Vorteil einer Co-Moderation zahlt sich wirklich erst dann aus, wenn man sich sehr gut und sehr lange kennt, und genau weiß, wie der/die andere tickt und wo seine/ihre Stärken und Schwächen liegen. Ansonsten lief der erste Flying-Expert-Workshop erstaunlich gut und nährte mal wieder die Erkenntnis, dass an anderen Universitäten auch nicht alles Gold ist, was glänzt und dass eine gute Feedback- und Evaluationskultur keine Selbstläufer sind, selbst wenn es eine starke Qualitätsmanagement-Abteilung gibt. Meine Workshopfolien, die ich selbstverständliche als freie Bildungsmaterialien teile, findet man hier:

Ansonsten gibt es, wie bei Online-Workshops üblich, außer einigen Screenshots keine Fotos von der Durchführung, die ich hier stolz vorzeigen könnte. Auch von den im Workshop erstellten Materialien der Teilnehmenden möchte ich auf Grund der Wahrung der Anonymität nichts teilen. Ein bisschen getwittert habe ich trotzdem, siehe:

Reiseflughöhe:
Über den Sommer gab es dann noch ein zweite Anfrage zu einem zweistündigen Workshop zu hybriden Lehrformaten, zu denen ich über den Sommer etliche Erfahrungen bei einigen Outdoor-Hybrid-Übungsterminen sammeln durfte. So war ich dann Mitte Oktober als Flying Expert zu Gast an der Universität zu Köln, erneut aber "nur" virtuell, dafür aber sehr praxisnah aus dem Seminarraum, in dem ich ähnliche Hybrid-Übungstermine und -Sprechstunden für das kommende Wintersemester geplant hatte.

So konnte ich auch sehr schön an möglichst konkreten Beispielen arbeiten, was ich als Arbeitsmethode sehr schätze. Herausforderung bei so kurzen Workshops mit relativ vielen heterogenen Teilnehmenden ist immer, möglichst alle mitzunehmen, mit dem unterschiedlichen Vorwissen und anderen Erwartungen umzugehen, möglichst viel Interaktion zu ermöglichen und einen nachhaltigen Impuls zum Selbstausprobieren zu setzen. Ich hoffe, dass ist mir dort aber ganz gut gelungen. Ansonsten auch hier die Erkenntnis: Andere Universitäten, ähnliche Herausforderungen. Mal klappt es mit der zentralen Hochschuldidaktik etwas besser, dafür ist das WLAN nicht so toll, mal bekommt man ganz tolle Unterstützung von der Medientechnik, dafür gibt es niemanden, der sich mit Prüfungsrecht auskennt.

Landung:
Einen weiteren Workshopvorschlag für 2021 musste ich wegen einer Terminkollision absagen, aber für dieses Jahr werden sich sicherlich wieder einige interessante Möglichkeiten ergeben. Die für mich interessanteste Zielgruppe sind natürlich andere Lehrende, egal ob als blutiger Einsteiger oder mehrfacher Lehrpreisträger, im Idealfall aber über viele unterschiedliche Fachbereiche verteilt, denn aus meiner Sicht ergibt sich gerade darüber der interessanteste und bereicherndste Austausch. Interessant fände ich auch mal Flipped-Workshop-Formate, in denen man den Teilnehmenden vorher gewisse Materialien für eine Selbstlernphase als Input zur Verfügung stellt und die synchrone Zeit dann nur für den Austausch, die Diskussion und die kollaborative Weiterentwicklung von Lernmaterialien, Lehrveranstaltungen oder Prüfungsformaten nutzt. Das setzt natürlich auch eine gewisse Disziplin und ein entsprechendes Zeitbudget bei den Teilnehmenden voraus, denn ähnlich wie bei Studierenden werden solche Flipped-Formate ebenso keine Selbstläufer sein. Studierende sind aber ein gutes Stichwort, denn tatsächlich würde ich mir in jedem hochschuldidaktischen Workshop immer einige Studierende wünschen, die gern "passiv-aggressive" Zwischenfragen stellen können, wenn man wieder mal über ihre Köpfe hinweg über ihre Lern-, Lehr- und Prüfungsformate diskutiert wird. Außerdem kann allgemein die Administration und Abrechnung von hochschulfremden Workshops gern noch etwas einfacher und digitaler werden, auch wenn dies im Flying-Experts-Netzwerk schon vergleichsweise schlank geregelt ist.

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