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Rückblick auf die EUROSoTL 2022

Avatar of adminadmin - 27. Juni 2022 - Allgemein

Autorin: Dr. Sandra Scheele, HS Niederrhein

Am 16. & 17.06. fand die EUROSoTL 2022 zum Thema „Building Communities through the Scholarship of Teaching and Learning“ statt. In diesen zwei Tagen wurde an der Manchester University viel darüber diskutiert,

  • wie sich Communities entwickeln und aufrechterhalten werden können,
  • was sie für Lehrende und/oder Studierende bereichernd macht,
  • wie insbesondere neu hinzugekommenen Kolleg*innen der Einstieg in eine (bereits bestehende) Community erleichtert werden kann,
  • warum mit dem Blick auf SoTL die Grenzen zwischen Forschung und Lehre verschwimmen
  • und natürlich: Warum die Beforschung der eigenen Lehre so wichtig ist.

Aber wofür steht „SoTL“ eigentlich? Es ist die Abkürzung von „Scholarship of Teaching and Learning“ und wurde 2014 von Ludwig Huber als „wissenschaftliche Befassung von Hochschullehrenden in den Fachwissenschaften mit der eigenen Lehre und/oder dem Lernen der Studierenden im eigenen institutionellen Umfeld durch Untersuchungen und systematische Reflexionen mit der Absicht, die Erkenntnisse und Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit bekannt und dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion zugänglich zu machen“.

SoTL wird dabei häufig – und in aller Kürze – als „Beforschung der eigenen Lehre“ bezeichnet und lädt Lehrende ein, den Einfluss ihrer Lehre auf das Lernen der Studierenden zu untersuchen und über diese Ergebnisse mit anderen Lehrenden ins Gespräch zu kommen.

Dr. Katarina Mårtensson von der Universität Lund stellte in diesem Kontext in ihrer Keynote insbesondere den Aspekt der Kollegialität in den Mittelpunkt. Umfragen von Handal (1999) sowie Schultz und Latif (2006) haben gezeigt, dass die Art und Weise wie Hochschullehrende lehren als Privatangelegenheit betrachtet wird. Der Austausch darüber war den Lehrenden in etwa so angenehm, wie die Frage nach der persönlichen Körperhygiene.

Neuere Literatur zeigt, dass sich das Blatt gewendet hat: Nicht nur durch die Bildung vieler akademischer Communities rund um das Thema SoTL und den dort fest verankerten Aspekt des „going public“ mit der eigenen Lehre, wächst auch die Bereitschaft Einblick in die eigene Lehre zu geben und diese zu beforschen.

Dazu gibt sie uns auch ein Beispiel mit auf den Weg: Eine ihrer Kolleginnen lehrt Spanisch und hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Studierenden gerade in mündlichen Prüfungen Schwierigkeiten mit den Lerninhalten haben. Sowohl bei ihr als auch bei ihren Kolleg*innen besteht die Vermutung, dass die Studierenden diese nicht außerhalb der Vorlesung wiederholen und vertiefen oder zumindest nicht in einem entsprechenden zeitlichen Umfang. Sie entscheidet sich eine Umfrage unter den Studierenden durchzuführen, um dem Problem auf dem Grund zu gehen.

Die Ergebnisse ihrer Umfragen überraschen zunächst: die Studierenden geben an, weitaus mehr als die angedachte Zeit in Wiederholung und Vertiefung der Lerninhalte zu investieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Fokus der Studierenden dabei auf der schriftlichen Bearbeitung der Aufgaben liegt.

Mit diesem Einblick in das Lernverhalten ihrer Studierenden, wurde der Spanisch-Kurs nun anders strukturiert. Den Einfluss dieser Änderungen auf den Lernerfolg der Studierenden zu beforschen steht noch aus, dies wird aber sicher im Rahmen eines nächsten SoTL-Projekts untersucht werden, denn die Kollegin ist jetzt Feuer und Flamme für das Thema.

Und jetzt sind wir neugierig: Haben Sie schon Erfahrungen mit der Beforschung Ihrer Lehre gemacht und wenn ja, welche? Schreiben Sie uns gerne eine Nachricht auf der Community Plattform oder hinterlassen Sie hier ein Kommentar.

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