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Förderung der digitalen Kompetenzen der Lernenden

Avatar of adminadmin - 25. April 2022 - Behind the scenes

Autor: Hans Peter Ludescher, FH Münster

Informations- und Kommunikationstechnologien verändern die Art und Weise wie wir uns informieren, lernen, kommunizieren und zusammenarbeiten. Egal, ob man diese Veränderungen mit dem Begriff Digitalisierung oder Digitale Transformation beschreibt, der Prozess ist in vollem Gange. Er hat in den vergangen zwei Jahren zusätzlich Fahrt aufgenommen und die digitalen Kompetenzen von Lehrenden und Studierenden auf die Probe gestellt.

Der Schwerpunkt „Förderung der digitalen Kompetenzen der Lernenden“ des Weiterbildungsprogramms Teaching in the Digital Age (TiDA) klingt etwas sperrig, wird mit einigen Beispielen schnell greifbar. Studierende sind möglicherweise nach ihrem Abschluss mit folgenden Fragen konfrontiert:

  • Paula (25) - Studium Soziale Arbeit. Sie (und ihr Team) fragen sich, wie die Elterngespräche in einer offenen Jugendeinrichtung über die Webseite buchbar gemacht werden können. Einwilligungen der Eltern sollen vor einer Veranstaltung (z.B. ein Ausflug) digital abgegeben werden, da die Jugendlichen häufig ohne Bescheinigungen zum Termin erscheinen. Ihr Team möchte gemeinsam auf die Dokumentation zugreifen können, da unterschiedliche Teammitglieder Gespräche führen oder Veranstaltungen ausrichten und schriftliche Notizen nur sehr umständlich weitergereicht werden können.
  • Peter (26) - Studium Internationale BWL. Er soll nun für ein Projekt die Zusammenarbeit von mehreren großen Projektteams ermöglichen. Welche Aspekte verändern sich bei der Zusammenarbeit, wenn in die Teammitglieder in unterschiedlichen Ländern leben?
  • Sarah (27) - Studium Maschinenbau. In Sarahs Abteilung starten regelmäßig neue Azubis. Andere Azubis schließen die Ausbildung ab. Sie soll den Austausch zwischen den Azubis planen und für Azubis eine kurze Reihe Weiterbildungsmedien produzieren, um über die wichtigsten Verfahren zu informieren.

Digitale Lösungen können helfen, diese Fragestellungen zu adressieren. Die Kombination von Fachwissen und die Förderung von im Fachgebiet verflochtenen digitalen Kompetenzen schafft die Grundlage für Problemlösungen und Innovationen. Je nach Fachgebiet wird es daher unterschiedliche Konstellationen von digitalen Kompetenzen geben, die bei den Studierenden in der Lehre gefördert werden können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass eine vom Fachgebiet losgelöste Förderung der digitalen Kompetenzen der Studierenden wenig Erfolg verspricht. Das (digitale) Kompetenzprofil eines Studierenden im Bereich Musik wird andere Schwerpunkte beinhalten als das Profil eines Studierenden im Bereich Gebäude- und Umwelttechnik.

Der Schwerpunkt „Förderung der digitalen Kompetenzen der Lernenden“ von TiDA unterstützt Lehrende dabei, übergreifende, gesellschafts- und berufsrelevante digitale Kompetenzen der Studierenden in ihrer Lehre zu reflektieren und die Entwicklung dieser Kompetenzen in ihrer Lehre umzusetzen.

Digital Competence of Educators (DigCompEdu) als Referenzrahmen

Das Weiterbildungsprogramms TiDA nutzt als Referenzrahmen für Lehrende das European Framework for the Digital Competence of Educators (DigCompEdu) der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) der EU.

Im DigCompEdu werden sechs berufsspezifische Kompetenzfelder mit insgesamt 22 Kompetenzen definiert:

Quelle und weitere Infos zum DigCompEdu: kurzelinks.de/HFD-digicompedu

Förderung der digitalen Kompetenzen der Lernenden

Anfang April wurde in der Community of Practice (CoP) eine kleine Umfrage zum Kompetenzfeld „Förderung der digitalen Kompetenzen der Lernenden“ gepostet. Gefragt wurde, welche Bereiche, die in der CoP registrierten Lehrenden, in ihrer Lehre fördern:

Lehrende können sich über die genannten Bereiche in unterschiedlichen Weiterbildungsformaten von TiDA (insbesondere im Digital Teaching Lab, zusätzlich auch in Kurzformaten (wie z.B. das Dialog-Café) und Selbstlerneinheiten) informieren und über die Integration in die eigene Lehre reflektieren.

Alle TiDA-Formate sind darauf ausgerichtet, wie Lehrende diese Kompetenzbereiche in der eigenen Lehre bei den Studierenden fokussieren können.

Im Bereich Informations- und Medienkompetenz wird thematisiert, wie relevante Suchstrategien gewählt werden können und wie diese Suchstrategien angepasst werden können. Zusätzlich spielen Fragen rund um die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Datenquellen eine Rolle. Informationen strukturiert organisieren, bearbeiten und abrufen zählt ebenfalls in diesen Kompetenzbereich.

Der Bereich Digitale Kommunikation und Zusammenarbeit dreht sich um die kontextabhängige Auswahl von digitalen Kommunikationsmittel für die Zusammenarbeit und um Daten und Inhalte zu teilen. Es werden Verhaltensregeln für die Interaktion und Zusammenarbeit im digitalen Raum vorgestellt.

Der Bereich Erstellung digitaler Inhalte fokussiert das Erstellen, Bearbeiten und Weiterentwickeln von digitalen Inhalten in unterschiedlichen Formaten. Ein Verständnis von Urheberrechten und Lizenzen ist hier eine wichtige Voraussetzung. Im weiteren Sinne umfasst dieser Bereich auch Prinzipien von Programmen und Algorithmen, um Probleme zu lösen und Prozesse zu automatisieren.

Der Bereich Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien konzentriert sich auf die Fähigkeit, die Mediennutzung kritisch zu hinterfragen, Verbindungen zwischen Mediennutzung und persönlichem Wohlergehen zu (er)kennen und den Schutz der persönlichen Daten und der Privatsphäre sicherzustellen.

Der Bereich Digitales Problemlösen thematisiert die Anpassung von Medien und Lernumgebungen an spezifische Bedürfnisse, um Aufgaben oder Probleme mit Hilfe von digitalen Medien oder Plattformen zu lösen.

Welche digitalen Kompetenzen benötigen die Studierende Ihres Fachbereichs nach dem Studium? Wie integrieren Sie die Förderung der digitalen Kompetenzen in Ihrer Lehre? Nutzen Sie gern die Kommentarfunktion für einen Austausch oder schreiben Sie uns in der Community of Practice.

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